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Das Ende der „Dritten Welt" und das Scheitern der großen Theorie. Zur Soziologie einer Disziplin in auch selbstkritischer Absicht

Die entwicklungstheoretische Diskussion befindet sich seit einer Reihe von Jahren in einer tiefen Krise. Angesichts der fortschreitenden Differenzierung der „Dritten Welt" (zum Beispiel absolute Verarmung versus Schwellenländer), der Erfolglosigkeit der Bemühungen um eine neue... Full description

1st Person: Menzel, Ulrich
Source: in Politische Vierteljahresschrift : PVS : Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft Vol. 32, No. 1 (1991), p. 4-33
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Type of Publication: Article
Language: German
Published: 1991
Keywords: research-article
Online: Volltext
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Summary: Die entwicklungstheoretische Diskussion befindet sich seit einer Reihe von Jahren in einer tiefen Krise. Angesichts der fortschreitenden Differenzierung der „Dritten Welt" (zum Beispiel absolute Verarmung versus Schwellenländer), der Erfolglosigkeit der Bemühungen um eine neue Weltwirtschaftsordnung und des Scheiterns der diversen entwicklungspolitischen Modelle muß konstatiert werden, daß die seit Ende der 1960er Jahre miteinander rivalisierenden Großtheorien mit ihren globalen Aussagen über die Gründe von Entwicklung und Unterentwicklung keine Erklärungskraft mehr besitzen. Notwendig ist eine radikale Bestandsaufnahme der theoretischen Diskussion, die auch die Kritik der eigenen Disziplin mit einschließen muß. Im Sinne einer Soziologie der Entwicklungstheorie identifiziert der Autor zwölf Tabus, deren Verarbeitung einen Neuanfang möglich macht. Hinzu kommen die Konsequenzen, die sich aus der Neuordnung des Internationalen Systems nach den Ereignissen des Jahres 1989 auch für die „Dritte Welt" ergeben. Mit dem Ende der „Zweiten Welt" gibt es nur mehr eine Welt, in der bis auf weiteres die Dominanz des Kapitalismus zu akzeptieren ist, dessen Zivilisierung gleichermaßen für die unterentwickelten Länder auf der Tagesordnung steht. Since several years the theoretical debate about the reasons of development and underdevelopment has been in a deep crisis. In view of the growing process of differentiation within the "Third World" (such as the pauperization of a number of countries and the simultaneous process of Newly Industrializing countries), the lack of success to establish a New International Economic Order and the failure of the different models of development, it must be concluded that the "grand theories" of the 1960s and 1970s do not offer sufficient insight into processes of global scope. What seems necessary, is a radical assessment of theories, especially including a critique of the own discipline. In order to present a sociology of development theories, the author identifies twelve taboos which have to be to put aside, before a new discussion can "take off". Further, the consequences of the rearrangement of the international system following the events of 1989 need to be taken account of in analyzing "Third World" problems. After the dissolution of the "Second World" there is only one world left in which the dominance of capitalism has to be accepted. The implications of its civilization are on the agendas of less developed as well as industrialized countries.
Item Description: Copyright: © 1991 Westdeutscher Verlag GmbH
Physical Description: Online-Ressource
ISSN: 1862-2860

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